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Karl Reichl
Die Anfänge der mittelenglischen weltlichen Lyrik: Text, Musik, Kontext. Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften. Geisteswissenschaften. Vorträge G 404. Paderborn, 2005.
Ursprünglich als Vortrag gehalten vor der Klasse der Geisteswissenschaften der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften am 17. März 2004. Aus dem Inhalt des Vortrags:
Die mittelenglische weltiche Lyrik beginnt im europäischen Vergleich spät. Die Überlieferung setzt zu Beginn des 13. Jhs. ein und ist bis zur Mitte des 14. Jhs. verhältnismäßig spärlich. Später Beginn, fragmentarische Überlieferung und mangelnde Informationen über Autoren, Publikum und Aufführungs- wie Rezeptionskontexte geben der Forschung viele Rätsel auf. Ist es die Vorherrschaft der französischen Sprache in England nach der normannischen Eroberung oder ist es der Verlust zahlreicher Handschriften nach der Auflösung der Klöster durch Heinrich VIII., die diese eigenartig bruchstückhafte Quellenlage bedingt haben? Oder war die mittelenglische weltliche Lyrik eine eher marginale Gattung im hochmittelalterlichen England? In das Bild einer unbedeutenden literarischen Randerscheinung passt nicht, dass die früheste Lyrik mit Musik überliefert ist, also eine spezialisierte Schreibtradition voraussetzt. Dabei zählen zu diesen frühen Text- und Musikzeugen so bekannte Lieder wie der so genannte Sommerkanon ("Sumer is icomen in"). Im Vortrag wir zum einen der Frage nach dem Verhältnis zwischen Wort und Musik nachgegangen, einer Frage, deren Beantwortung grundlegend für das Verstandnis der frühmittelenglischen Lyrik ist. Zum anderen wird versucht, Interpretationsmöglichkeiten dieser kontextlosen Lyrik durch eine nähere Betrachtung der Handschriften, in denen sie überliefert wird, aufzuzeigen.
Karl Reichl
Spielmannsidiom, Dialektmischung und Kunstsprache in der mittelenglischen volkstümlichen Epik. Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften. Geisteswissenschaften. Vorträge G 383. Paderborn, 2002.
Karl Reichl
Das usbekische Heldenepos Alpomish:
Einführung, Text, Übersetzung
(Turcologica 48)
Wiesbaden: Harrassowitz, 2001.
311 S., kart., DM 98.- ISBN 3-447-04423-3
Das Heldenepos "Alpomish" gilt als das Nationalepos der Usbeken, eines zentralasiatischen Turkvolks, das in jahrhundertelanger mündlicher Überlieferung bis heute von usbekischen Epensängern vorgetragen wird. Für die vergleichende Epenforschung ist das Heldenepos "Alpomish" vor allem wegen seiner engen inhaltlichen Parallelen zur "Odyssee" von Bedeutung. Das Erzählmuster von der Rückkehr des Helden, das sich außer in der "Odyssee" auch in der mittelalterlichen Erzähldichtung und in der slawischen Volksepik findet, wird im "Alpomish" im Stil der mündlichen usbekischen Epik mit ihrem Wechsel von Vers und Prosa, Gesang und Erzählung, gestaltet. "Alpomish" ist in zahlreichen, zum Teil sehr umfangreichen Versionen überliefert. Für die vorliegende Ausgabe und Übersetzung wurde eine kürzere, aber vollständige Version gewählt; sie wurde 1938/39 niedergeschrieben. Die Ausgabe gibt den usbekischen Text nach der handschriftlichen Aufzeichnung ohne Kürzungen oder sprachliche Glättung in der heute in Usbekistan amtlichen Lateinschrift wieder. Ein Einführung in das Werk und eine Übersicht über die verschiedenen usbekischen Versionen des "Alpomish" runden Edition und Übersetzung ab.
Inhalt:
Vorwort
Zu Transkription und Aussprache
Einführung
- Die usbekische mündliche Epik: Sänger, Gattung, Vortrag
- Fozil Yo'ldosh-o'g'li und seine Version des Alpomish
- Aufbau und Motive
- Der Alpomish-Stoff in der Turkepik
- Zum Stil des usbekischen Alpomish
- Saidmurod Panoh-o'g'lis Alpomish: Überlieferung,Sprachform, Editionsprinzipien
Anhang: Die usbekischen Varianten des Alpomish
(Nach To'ra Mirzaev)
Text
Übersetzung
Glossar
Literaturverzeichnis
The Oral Epic: Performance and Music. Ed. K. Reichl
(Intercultural Music Studies 12)
VIII + 248 pp. Hb.
Berlin: VWB - Verlag für Wissenschaft und Bildung
ISBN 3-86135-643-0
DM 68.--
"There is plenty of evidence that both in ancient Greece and in medieval
Europe orally performed epics were sung rather than spoken, often to the
accompaniment of a musical instrument. Although scholars studying epics
such as the Iliad, the Odyssey or the Chanson de Roland
have commented on this fact, little progress has been made in incorporating
the musical and more generally the performative aspect of oral epic into
their interpretations. This is partly explained by the scarcity of musical
documents that have come down to us. There is, however, a wealth of comparative
material from living traditions of oral epic. The analysis of at least
some of these traditions and the implications of their study for traditional
medieval epics (and possibly also the Homeric poems) forms the subject
of this book."
With contributions by:
Gregory Nagy (Harvard University), Stephen Erdely (MIT), Wolf Dietrich
(Sulzheim), Margaret Beissinger (University of Wisconsin) , Dzhamilya Kurbanova
(Conservatory Ashkhabad), Karl Reichl (University of Bonn), Emine Gürsoy-Naskali
(Marmara Üniversitesi, Istanbul), Hiromi Lorraine Sakata (USLA), Carole
Pegg (University of Cambridge), Nicole Revel (C.N.R.S., Paris), Christiane
Seydou (C.N.R.S., Paris), Joseph Harris (Harvard University) and John Stevens
(University of Cambridge)
Singing the Past: Turkic and Medieval Heroic Poetry
(Myth and Poetics)
272 pp., 4 maps, 1 black-and-white photophrah, Hb.
Ithaca, NY: Cornell University Press.
ISBN 0-8014-3736-9
$39.95
Contents:
Introduction
1 Turkic Bards and Oral Epics
Turkic Peoples and Epic Traditions
Alpamish and the Form of Epic
Singer, Performance, Repertoire
2 Variations on Epic and History
Historiography versus Poetry: Brunanburh
Historical Song in Epic Style: Namaz
3 In Search of the Heroic Lay
Flyting and Boast: Täwke-batir
Finnsburh and the Germanic Heroic
Lay
4 Heroic Epic and Tribal Roots
Prelude to Epic: Ormanbet-biy
The Epic of Edige and the Golden
Horde
Edige and the Genre of Heroic
Epic
5 Heroic Past and Poetic Presence
Truth and the Authority of Tradition
Beowulf, Genealogy, and the Authenticating
Voice
"Nos avum dreit": History and Identifcation
in the Chanson de Roland
Conclusion
Appendix: Texts
Bibliography
Index
Recent articles:
- "Comparative Notes on the Performance of the Middle English Popular Romance", Western Folklore 62 (2004): 63-81.
- "Turkic Bard and Medieval Entertainer: What a Living Epic Tradition Can Tell Us About Oral Performances of Narrative in the Middle Ages", in Performing Medieval Marrative. Ed. Evelyn Birge Vitz, Nancy Freeman Regalado & Marilyn Lawrence. Cambridge, 2005, 167-178.
- "The Middle English Carol", in A Companion to the Middle English Lyric. Ed. Thomas G. Duncan. Cambridge, 2005, 150-170.
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